Um die Fußgängerströme vom Bahnhof in die Elberfelder Innenstadt bzw. umgekehrt gefahrlos zu bewältigen, beschloss man beim Umbau in den 50er Jahren diese durch einen Tunnel unter der B7 her zu führen. Dieses zum damaligen Zeitpunkt innovative Bauwerk wurde am 01.12.1961 seiner Bestimmung übergeben. 150 m lang und 3,25 Millionen Mark teuer wurde das Bauwerk, ausgelegt für die Passage von 60.000 Bürgern. Die im Tunnel vorhandenen Einkaufsgeschäfte und die moderne Technik, der Tunnel war auf der gesamten Länge mit Neonröhren beleuchtet, waren für die damalige Zeit der pure Luxus. Dieser verblasste aber im Laufe der Zeit, in den letzten Jahren trug der Tunnel den Beinamen „Harnröhre“.
Im Rahmen der Neugestaltung des „Döppersbergs“ wird der Tunnel zur Geschichte und durch eine neue Geschäftsbrücke ersetzt. Diese soll wenn alles planmäßig verläuft ab dem 31.12.2017 in Betrieb gehen. Ähnlich wie im alten Tunnel wird es auf beiden Seiten der Brücke auch wieder kleine Ladenlokale geben. Allerdings kommt man nicht mehr trockenen Fußes vom Bahnhof in die Stadt, eine Überdachung der Brücke ist nicht vorgesehen, nur die Geschäfte bekommen maximal 1,50 m breite Vordächer. Auf der Bahnhof-Seite wurde das Brückenwiderlager mit einer Bohrpfahlgründung errichtet, auf der nördlichen Seite wollte man die alte Flutgrabenwand benutzen. Es stellt e sich aber heraus, dass diese dafür nicht geeignet war, deshalb muss hier ebenfalls eine neue Wand für das Widerlager gebaut werden.
Ab Freitag, dem 16.01.2015 dient eine provisorische Brücke als Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt. Am 19.01.2015 wird dann der Tunnel für immer geschlossen, entkernt und dann abgebrochen.




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